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Eine Produktion des Vereins Ars Augusta e.V. in Zusammenarbeit mit dem Verein "Musikschätze aus Dresden e.V.
Informacje
Johann Christoph Schmidt
Komponist
Der deutsche Komponist Johann Christoph Schmidt (geboren 6. August 1664 in Hohnstein bei Pirna und gestorben am 13. April 1728 in Dresden) war der Sohn des Hohnsteiner Kantors Johann Christian Schmidt (gest. 1690). 1676 trat er in den Chor der Dresdner Hofkapelle ein, wo er auf Wunsch des Kurfürsten Johann Georg III. von Christoph Bernhard unterrichtet wurde. Später spielte er im Hoforchester. 1687 wurde er Chorleiter und 1692 zweiter Organist. 1694 ging er mit Unterstützung des Kurfürsten zu Studienzwecken nach Italien und wurde 1696 auf Empfehlung des Dresdner Hofkapellmeisters Nicolaus Adam Strungk dessen Stellvertreter und Kammerorganist. Kurz darauf ging N. A. Strungk nach Leipzig, und Schmidt wurde am 19. Juni 1698 zum Ersten Kapellmeister ernannt. Unter August dem Starken (1694–1733) diente die Hofkapelle sowohl als sächsisches Kurfürstenorchester als auch als polnisches Hoforchester und hatte umfangreiche Aufgaben in Dresden, Krakau und Warschau. Schmidt leitete die Kapelle und war als Kapellmeister auch für die protestantische Kirchenmusik am Hof verantwortlich. Darüber hinaus leitete er bis 1717 die katholische Kirchenmusik, bevor er diese Aufgabe an Johann David Heinichen übergab. Während Schmidts Amtszeit als Leiter avancierte die Dresdner Kapelle dank ihrer vielen namhaften Musiker zu einem der renommiertesten Orchester Europas. Zu ihnen zählten um 1719 unter anderem J. B. Volumier, Johann Georg Pisendel, F. M. Veracini, Christoph Pezold, Pantaleon Hebenstreit, Silvius Leopold Weiss, Jan Dismas Zelenka, P. G. Buffardin und J. C. Richter.
Im Jahr 1719 komponierte Schmidt, der 1717 zum Oberkapellmeister ernannt worden war, das französische Divertissement „Les quatre saisons“ in Form von Rezitativen, Arien, konzertanten Stücken und Chören. Es war den Fähigkeiten der Dilettanten angemessen, die es am 23. September im Rahmen eines Venusfestes anlässlich der Hochzeit von Prinz Friedrich August von Sachsen mit Erzherzogin Maria Josepha von Österreich aufführten. Dieses Werk, der Höhepunkt eines typischen Dresdner Hoffestes unter August dem Starken, folgte der Tradition des Opernballetts des 17. Jahrhunderts. Hiller lobte Schmidt als soliden Komponisten mit guten Kontrapunktkenntnissen; obwohl ihm außergewöhnliche künstlerische Begabungen fehlten, war er, anders als Hiller schrieb, kein „trockener“ oder „unfruchtbarer“ Komponist. Johann Sebastian Bach kopierte Schmidts Motette „Auf Gott hoffe ich“. Schmidt zählt zu den bedeutenden Komponisten seiner Zeit und beherrschte die musikalischen Mittel und stilistischen Konventionen des Dresdner Hochbarocks mit Bravour. Ab 1717 bekleideten Schmidt und J. D. Heinichen gleichberechtigt die Ämter des Kapellmeisters für Kirchen- bzw. Kammermusik und teilten die Orchesterarbeit unter sich auf. Nach Schmidts Tod übernahm J. D. Heinichen die Leitung der protestantischen Kirchenmusik am Hof. Johann Mattheson veröffentlichte in seiner „Critica musica“ (VII, 1722, S. 266) einen Brief Schmidts vom 28. Juli 1718, in dem dieser sich mit der Solmisation auseinandersetzte. Schmidt vermittelte in der Kontroverse um die alte Methode, indem er für die Vokalmusik die Beibehaltung der Solmisation vorschlug, für den „Stylo moderno“ jedoch die Verwendung der beiden „französischen Modi Dur und Moll“ befürwortete. Zu seinen Schülern zählten C. G. Schröter, Carl Heinrich Graun und Georg Melchior Hoffmann.
Sein Bruder Johann Wolfgang Schmidt (geb. Hohnstein, 20. November 1677; gest. Dresden, 5. April 1744) fungierte ab 1709 als Kopist am Dresdner Hof und war dort ab 1719 Organist für die evangelische Kirchenmusik. Werke (kirchlich): 4 Massen, Motetten: Auf Gott hoffe ich; Bonum est confiteri Domino (1696); Wo ist so ein Gott wie du bist; Gott, du bleibest doch mein Gott; Labe mich durch dein Mundes Kuss; Lobe den Herrn, meine Seele; Mein Herz ist bereit; Schwing dich auf zu deinem Gott; Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen; Zion spricht: der Herr hat mich verlassen.
Andere Werke: Les quatre saisons (divertissement), Dresden, Großer Garten, 23. September 1719;
"Latona in Delo", 4 Ouvertüren-Suiten.
Maria Aurora von Königsmarck
Librettistin, europäische Netzwerkerin der Barockzeit
Geboren 28.04.1662 in Stade und gestorben 16.02.1728 in Quedlinburg. Künstlerisch begabt, hochgebildet und kosmopolitisch: Die schwedische Gräfin galt als „weltbekannt durch Geist und Schönheit“. Maria Aurora von Königsmarck prägte mit ihren lyrischen Versen und Erzählungen die galante Literatur der Barockzeit. Sie wirkte an der Vertonung und Aufführung ihrer Libretti mit und setzte Impulse für die höfische Kultur in Schweden und Norddeutschland. Als Mätresse des Kurfürsten von Sachsen und spätere Pröpstin des Stiftes Quedlinburg nutzte sie europäische Netzwerke, um Besitz und Rang ihrer Familie zu sichern. Zahlreiche Reisen führten die Gräfin immer wieder auf den Familienbesitz Schloss Agathenburg.
AMAL REICH
Regie, Texte
Amal Reich begann ihre Karriere als professionelle Violinistin, bevor sie sich dem Theater zuwandte und als Regisseurin an bedeutenden europäischen Bühnen Erfahrungen sammelte. Heute arbeitet sie regelmäßig mit dem Tom Pauls Theater in Pirna zusammen und entwickelt ihre eigenen Stücke.
ELENI MÜLLER
Produzentin
Die Opernsängerin gründete 2017 in Görlitz das Lausitzer Barockensemble mit polnischen und deutschen Barockmusikern und widmete sich der Erforschung und Aufführung zahlreicher Opern aus dem barocken Erbe der Region. Stipendiatin des “Fonds Darstellender Künste” für die Erforschung von Opern aus dem Dresdner Barockerbe gründete sie 2023 zu diesem Zweck „La compagnia Sassone“.
La Compagnia Sassone
„La Compagnia Sassone“ ist ein kleines Opernensemble, das 2023 in Görlitz-Zgorzelec vom Kulturverein Ars Augusta e.V. und der Opernsängerin Eleni Müller gegründet wurde. Ziel des Ensembles ist die Wiederentdeckung des reichen musikalischen Erbes der sächsischen Könige von Polen, August II. des Starken und August III. Das Ensemble setzt sich aus polnischen und sächsischen Künstlern zusammen, die durch herausragende junge Sängerinnen und Sänger aus ganz Europa bereichert werden. Mit Förderung der
Kulturstiftung des Freistaats Sachsen debütierte das Ensemble mit Pergolesis Meisterwerk „La serva padrona“ und Musik von Vivaldi bei den Schlesischen Musikfeste. Im Jahr 2025 präsentierte das Ensemble mit Förderung der EU (Culture Moves Europe) eine Collage mit Madrigalen von Andreas Hammerschmidt in Zittau, Görlitz und beim Olomoucer Barockfestival. „Fastnachts-Lust“ ist das dritte Projekt des Ensembles.
Regie & Texte
Amal Reich
Cast
Aurora: Beate Laass (Schauspielerin)
Der Liebhaber: Ludwig Obst (Tenor)
Die Hoffnung: Nicolle Cassel (Sopran)
Die Eifersucht: Radoslava Vorgic (Sopran)
Die Freude: Alexandra Beason (Sopran)
Das Lausitzer Barockensemble
Voitech Zajic, Mateusz Janus, Kacper Szpot (Barock-Violinen)
Dominika Garncarz (Bratsche)
Szczepan Dembiński (Barock-Cello)
Radosław Dembiński (Viola da Gamba)
Katarzyna Czubek, Hanna Piasna (Oboe)
Marysia Wiłgos (Theorbe)
Reinhard Seeliger (Cembalo)