Sa., 08. Okt.

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Ars Augusta e.V.

Klassik für Flöte und Klavier

Angelica Ladewig (Querflöte) und KM Thomas Seyca spielen ein Kammerkonzert im Salon.

Klassik für Flöte und Klavier

Zeit & Ort

08. Okt., 19:00

Ars Augusta e.V., Augustastraße 6, 02826 Görlitz, Deutschland

Über die Veranstaltung

Heute spielen im Salon zwei bekannte Görlitzer Musiker: Angela Ladewig Ärztin un Querflötistin und Thomas Seyda, Pianist und Kirchenmusiker (St.Jakobus)

Das Programm des Konzertes wird bald veröffentlicht.

Eintritt frei, Spenden willkommen. Wegen den begrenzten Plätzen, ist eine Anmeldung empfehlenswert.

Über die Künstler:

ANGELA LADEWIG, Querflöte

Angela Ladewig stammt aus Hoyerswerda, lernte dort in den 1980er Jahren ihr Instrument und spielte als Schülerin im Sinfonischen Orchester Hoyerswerda. Dessen langjähriger Dirigent Lutz Michlenz spornte die jungen Musiker regelmäßig zu Höchstleistungen an. „Er war sehr streng“, erinnert sich die Flötistin, „aber nur so war es möglich, dass wir so gut waren.“ Als sie sich mit 15 Jahren für ein Musikstudium interessierte, sei das Fach Querflöte „völlig überlaufen“ gewesen. Die Konkurrenz war groß, die Plätze begehrt, andere bekamen ihre Chance.

Zum Abitur wurde Angela Ladewig als Katholikin in der DDR nicht zugelassen. Stattdessen kam sie nach Görlitz und lernte im damals noch von den Borromäerinnen geführten St.-Carolus-Krankenhaus Krankenschwester. „Es war eine schöne Zeit“, sagt sie, „und die Medizin interessierte mich sehr.“ Deshalb wollte sie sich weiterentwickeln, machte auf der Abendschule das Abitur nach, während sie in drei Schichten arbeitete, und ging Anfang der 1990er Jahre nach Westberlin, um an der Freien Universität Medizin zu studieren. „Die Wende kam für mich genau zur richtigen Zeit.“ Nach einer Zeit als Assistenzärztin am Klinikum Hoyerswerda kam sie im Jahr 2000 ans Görlitzer Klinikum und wurde hier Fachärztin für diagnostische Radiologie. Nebenher war sie außerdem in der Region als Notärztin unterwegs. „13 Jahre lang habe ich das mit Leidenschaft gemacht“, sagt Angela Ladewig.

Mit ebenso großer Leidenschaft hatte sie die gesamte Zeit über auch ihre musikalischen Ambitionen weiterverfolgt. Anders als viele, die in ihrer Jugend ein Instrument lernten und nach der Schulzeit beiseitelegten, hörte Angela Ladewig nie auf zu musizieren. Sie fand immer Zeit zum Üben, suchte sich Ensembles und Auftrittsgelegenheiten.

Seit inzwischen 30 Jahren wirkt sie an der Messe von Josef Gruber mit, die Domchor und Kirchenorchester immer über Weihnachten in der Heilig-Kreuz-Kirche und der Jakobuskathedrale aufführen. Mit Thomas Seyda und Reinhard Seeliger gibt sie jährlich jeweils ein bis zwei Konzerte, wirkt in Gottesdiensten mit, spielt in Kammerbesetzungen mit Musikerinnen, die sie noch aus dem Hoyerswerdaer Orchester kennt: Gelegenheiten gibt es viele in der gesamten Region. Sie ist Vorstandsvorsitzende des Liebhaberorchesters Sinfonietta Meridiana und nimmt seit zehn Jahren an der Sächsischen Chor- und Instrumentalwoche teil. Vor zwei Jahren hat sie erstmals im Weihnachtsoratorium in der Kreuzkirche mitgewirkt, für das Reinhard Seeliger normalerweise nur Profiinstrumentalisten engagiert. Aus all diesen Aktivitäten ergeben sich immer wieder neue Kontakte und Gelegenheiten zum Musizieren.

In den vergangenen Jahren hat Angela Ladewig dafür immer mehr Zeit aufgewendet und sich deshalb entschieden, ihre Arbeit im Klinikum in eine freie Tätigkeit als Radiologin umzuwandeln. Seit einem Jahr arbeitet sie für ein Tele-Radiologie-Netzwerk, das CT- und MRT-Bilder von rund 100 kleineren und mittelgroßen Krankenhäusern im deutschsprachigen Raum auswertet, die nicht permanent eigene Radiologen haben. An einigen Tagen der Woche wertet sie also am Bildschirm in ihrem Arbeitszimmer in der Görlitzer Südstadt Aufnahmen aus, die zum Beispiel in Kliniken in Nordfriesland oder Österreich gemacht wurden. „Es ist vermutlich die einzige Möglichkeit für eine Ärztin, ausschließlich von zu Hause aus zu arbeiten“, sagt Angela Ladewig. Wenn sie Dienst habe, sei sie voll im Einsatz. Aber wenn nicht, dann könne sie sich ganz der Musik widmen.

(Quelle: Sächsische Zeitung)

THOMAS SEYDA, Klavier

"Als Musiker hat man die Möglichkeit, die Menschen emotional zu beeinflussen", sagt Domkantor Thomas Seyda aus Görlitz. "Und als Kirchenmusiker tue ich das zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Gemeinde." Seit 1999 ist Thomas Seyda mittlerweile Domkantor in Görlitz St. Jakobus. Schon als Kind konnte er sich keinen schöneren Beruf vorstellen als den des Organisten und ebenso früh stand für ihn fest: Wenn ich Organist werde, dann im Bereich Kirchenmusik.

"Mit 13 Jahren habe ich angefangen Orgel zu spielen", erinnert sich Seyda. "Mich hat das Instrument schon immer fasziniert. Seine Größe, seine Fülle und seine klangliche Vielfalt. Hinzu kommt, dass Orgeln meist in großen Räumen und Kirchen stehen, was für eine ganz besondere Akustik sorgt", schwärmt der 32-Jährige. "Der Klang einer Orgel erfüllt die ganze Kirche und ich bin inmitten dieses Klangs. Dieses Klangerlebnis kann jemand, der beispielsweise auf der Blockflöte spielt, niemals haben", scherzt er.

Gebürtig stammt Thomas Seyda aus der Diözese Augsburg. 1991 bis 1996 studierte er Kirchenmusik in München, nach seinem Examen hatte er bis 1999 seine erste hauptamtliche Stelle als Kirchenmusiker in Lindenberg. Bis er 1999 davon erfuhr, dass das Bistum Görlitz einen neuen Domkantor suchte. "Durch Zufall habe ich davon erfahren und bin nach Görlitz zum Vorspielen gefahren", so Seyda. Und prompt bekam er die Stelle.

Der Umzug von Bayern in die Diaspora nach Görlitz fiel ihm nicht sonderlich schwer. "Für mich stellte sich nicht die Frage, in die Diaspora zu gehen oder nicht. Sondern es überwog die Freude: ,Dort ist eine Bischofskirche, eine von 27 in Deutschland, und du darfst dort spielen'", so Seyda.

Zu seinen Aufgaben in Görlitz gehört nun das Spielen der Orgel bei Gottesdiensten in St. Jakobus, das Leiten von Kinderund Jugendchören sowie der Choralschola. "Außerdem bin ich im Ordinariat noch Referent für Kirchenmusik und Orgelsachverständiger der Diözese und doziere an der Görlitzer Hochschule für Kirchenmusik", erklärt Seyda. "Wobei das Üben neuer Stücke und das Spielen im Gottesdienst aber den größten Teil meiner Arbeit hier ausmacht."

Gerade wenn Thomas Seyda in einer Messe spielt, legt er besonderen Wert darauf, nicht den Bezug zum Gottesdienst zu verlieren. "Man muss aufpassen, dass man eine Messe nicht als reine Arbeit sieht", sagt er. "Sicher konzentriere ich mich dort auf meine Aufgaben als Kirchenmusiker, aber dennoch will ich nicht vergessen, dass ich in einer heiligen Messe bin."

Deshalb geht er auch des Öfteren nur als Teilnehmer in eine stille Messe, denn er Seyda ist der Auffassung: "Wer ein gespaltenes Verhältnis zur Kirche und zum Glauben an Gott hat, sollte kein Kirchenmusiker werden, denn die Kirchenmusik allein ist es nicht", so Seyda. "Sondern Kirchenmusik ist die Freude an dem Instrument, die Geduld, immer wieder neue Stücke zu üben und das alles, um in der Messe zur Ehre Gottes mit und für die Gemeinde zu spielen und zu singen."

(Quelle: Tag des Herrn)

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