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Zamek Książ

Piastów Śląskich 1, 58-316 Wałbrzych, Polen

Das Schloss Fürstenstein ist das größte Schloss Schlesiens. Es liegt am nördlichen Rand der Stadt Wałbrzych (Waldenburg) im Stadtteil Książ (Fürstenstein) in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Das Schloss Fürstenstein liegt im Waldenburger Bergland auf dem Fürstenberg, der im Süden, Westen und Nordwesten von einer tiefen Schlucht der Pełcznica (Polsnitz) umgeben ist. Nachbarorte sind Świebodzice (Freiburg in Schlesien) im Nordosten, Mokrzeszów (Kunzendorf) im Osten, Szczawienko(Niedersalzbrunn) im Süden, Szczawno-Zdrój (Bad Salzbrunn) im Südwesten, Stare Bogaczowice (Altreichenau) im Westen sowie Chwaliszów (Quolsdorf) und Cieszów(Fröhlichsdorf) im Nordwesten.

Die Hochbergs nutzten das Hauptschloss ab 1928 nicht mehr, sondern nur die beiden Kavaliershäuser. 1943 erfolgte eine Beschlagnahme durch den NS-Staat, der 1944 die Eigentumsübertragung an die Organisation Todt erzwang. Es liegt nahe, dass 1943 die Beschlagnahme wegen Landesverrates erfolgte, denn nach der Familienüberlieferung der Hochbergs war Hans Heinrich XVII., 4. Fürst von Pleß, bereits 1932 nach Großbritannien übergesiedelt, hatte dort später die britische Staatsangehörigkeit erhalten und im Zivilschutz Dienst verrichtet, während sein Bruder Graf Alexander Hochberg sich der polnischen Armeeanschloss. Zudem hatte die SS größtes Interesse am Schloss, um hier das Kellersystem im Rahmen des „Projektes Riese“ als Lager-, Aufenthalts- und Führungsort höherer Führungsstäbe auszubauen. 1941/42 definierte der damalige schlesische Denkmalpfleger Günther Grundmann auf Anforderung der NS-Dienststellen die denkmalpflegerischen Ansprüche an die bevorstehende Umnutzung. Im Wesentlichen verlangte er daraufhin die Erhaltung des Maximiliansaales sowie des Roten und des Blauen Salons sowie die Erhaltung der äußeren Erscheinung, wobei er selbst dies nur aus dem Gedächtnis aufführte – ein eigener Besuch und eine genaue Festlegung vor Ort sei ihm nach eigenem Bekunden in diesen Schreiben nicht möglich gewesen. Die Kopien seines Schriftwechsels mit den NS-Dienststellen sind im Schloss zu besichtigen. Zwischenzeitlich diente das Schloss als Auslagerungsstätte wertvoller Bestände der Staatsbibliothek zu Berlin. Im Ergebnis entstand hier nach Plänen des Architekten Hermann Giesler ein zentraler Punkt des Komplex Riese mit weiteren Standorten im Eulengebirge. Im Schloss Fürstenstein gingen in der Folge wertvolle bauliche Inneneinrichtungsteile und Architekturzeugnisse für immer verloren: Unter anderem wurde die Innenarchitektur des „Krummen Saales“ komplett vernichtet, vom spätbarocken „Konradsaal“ blieben lediglich Reste, der „Ballsaal“ wurde als Hauptquartier genutzt und dadurch ebenfalls komplett vernichtet, er ist bis heute nur ein Torso. Das Gangsystem mit einer Gesamtlänge von etwa 2 km unterhalb des Schlosses, das unter größter Geheimhaltung durch KZ-Häftlinge des KZ Groß-Rosen (Außenlager Riese, „AL Riese“) errichtet wurde, sollte dem Aufenthalt höherer und höchster Wehrmacht- und SS-Führer und als deren Kommandozentrale dienen. Vor dem Schloss wurde ein 50 Meter tiefer Schacht gegraben, in dem ein Aufzug eingerichtet werden sollte. Eine Schmalspurbahn, die die Tunnel mit einem Abzweig der Bahnlinie bei Liebichau (heute: Lubiechów) verband, wurde nach dem Krieg abgebrochen. Für die Arbeiten wurden anfänglich italienische Militärinternierte eingesetzt, später Häftlinge des „AL Riese“, die in der Nähe des Schlosses untergebracht waren. Insgesamt wurden bei diesem Projekt etwa 3000 Zwangsarbeiter und Häftlinge eingesetzt. Das System ist im Rahmen von Führungen zugänglich, soweit es nicht vom Geophysikalischen Institut der Polnischen Akademie der Wissenschaften genutzt wird, dem es zum Teil als Standort für Gravimetrie-Messgeräte dient. Auf den Standort des „AL Riese“ weist an den noch heute sichtbaren Überresten eine Gedenktafel im Park des Schlosses hin.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss von sowjetischen Truppen besetzt und vor allem die Inneneinrichtung und das Mobiliar geplündert. Von 1946 bis 1948 war es Sitz der Direktion für Kohleindustrie, dann gehörte es dem Verband für Arbeitsgenossenschaften und seit 1971 Sitz des Kreiszentrums für Sport, Touristik und Erholung in Wałbrzych (Waldenburg). Von 1986 bis 1990 war es Sitz des wojewodschaftlichen Kultur- und Kunstzentrum „Zamek Książ“ und ist seit dem 1. Juni 1990 als eigenständige GmbH Eigentum der Stadt Wałbrzych. Der gesamte Schlosskomplex einschließlich der Terrassen, der Wirtschaftsgebäude und des Gestütes ist heute öffentlich zugängig, wobei die nicht oder nur teilweise rekonstruierten Räume verschiedenste Nutzungen (Galerien, Wechselausstellungen, Restaurants, Souvenirstände) erhalten haben. Jährlich kommen rund 500.000 Besucher. Am 10. Dezember 2014 gegen 14 Uhr brach an der Ostseite des Schloss-Dachbodens ein Feuer aus. An den Löscharbeiten, die mehrere Stunden dauerte, nahmen 30 Feuerwehr-Mannschaften aus der Woiwodschaft Niederschlesien teil. Das Feuer zerstörte mehrere hundert Quadratmeter Dach und einen Teil des Dachbodens.


Quelle: https://www.wingsch.net/schloss-fuerstenstein-waldenburg/


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Nachtzauber: Liederabend (2022)

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