top of page
Serva_edited.jpg

Fastnachts-Lust

Musiktheater nach einem Opera-Ballet vom Hof Augusts des Starken

Libretto von Maria Aurora von Königsmarck (Sprechtexte: Amal Reich)

Musik von Johann Christoph Schmidt

Aufführungen

msu-dresden 2.png

28. September 2026, 19:30. Schloßkapelle, Dresden

Premiere

Chiaverigasse, 01067 Dresden. Einlass ab 19:00 Uhr.

Tickets: 20€ - 60€.

26. September 2026, 19:30. Apollo-Theater, Görlitz

Avant-Premiere

Hospitalstraße 2, 02826 Görlitz. Einlass ab 19:00 Uhr.

Tickets: 22,50€ / 16,50€ ermässigt.

IMG_1663.jpeg

Über das Werk

Kopie von Gelb Frau Porträts Kunst und Kultur Podcast Cover.png

Fastnachts-Lust

Musiktheater nach einem Opera-Ballet vom Hof Augusts des Starken

 

Libretto von Maria Aurora von Königsmarck (Sprechtexte: Amal Reich)

Musik von Johann Christoph Schmidt

Der junge sächsische Kurfürst Friedrich August I. („der Starke“) war im Dezember 1696 von seinem Einsatz als Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heeres im Großen Türkenkrieg nach Dresden zurückgekehrt. Aus Wien brachte er eine neue Mätresse mit, die Gräfin Maximiliane Esterle. Damit wurde für alle sichtbar, worüber man schon seit einiger Zeit hinter vorgehaltener Hand gemunkelt hatte: Friedrich August hatte sich von seiner bisherigen Favoritin, der geistreichen und hochgebildeten Gräfin Maria Aurora von Königsmarck (1662–1728), abgewandt. Als erste Maîtresse en titre des „sächsischen Sonnenkönigs“ hatte sie bis dahin eine herausragende Stellung am Dresdner Hof eingenommen und nur wenige Wochen zuvor, im Oktober 1696, den gemeinsamen Sohn und künftigen Feldherrn Moritz von Sachsen zur Welt gebracht. Voltaire sollte sie später sogar „die berühmteste Frau zweier Jahrhunderte“ nennen. Doch mit der Ankunft der Esterle in Dresden sah sich Aurora von Königsmarck nicht nur vor der Hofgesellschaft ihrer bisherigen Position beraubt, sondern musste auch mit der persönlichen Zurückweisung und der Kränkung einer nicht mehr erwiderten Liebe fertigwerden.

​Der Karneval 1697, der nach venezianischem Vorbild in Dresden prächtig gefeiert wurde, bot der vielseitig literarisch und künstlerisch tätigen Gräfin die Gelegenheit, auf ihre Weise damit umzugehen. Am 19. Februar vermerkt das Hofjournal einen Maskenball und notiert die Aufführung eines kleinen deutschsprachigen „Opera-Ballet“ mit einem französischen Nachspiel – dargeboten von „Dames und Cavaliers“ aus den Reihen des adligen „Publikums“. Der Titel auf dem gedruckten Libretto lautet schlicht „Fastnachts-Lust“. Die durch Gesang und Tanz in drei Szenen erzählte Handlung entfaltet sich um einen verlassenen, leidenden Liebhaber sowie die Allegorien Hoffnung, Eifersucht und Freude. Das als vierte Szene präsentierte Nachspiel bot Auszüge aus Anne Mauduit de Fatouvilles Sprechkomödie „La Fille savante“ („Die gelehrte Tochter“, Paris 1690).

Die Arrangeurin der „Fastnachts-Lust“ und Verfasserin des Textes für das Opera-Ballet Aurora von Königsmarck verarbeitete im Libretto – wie der Musikwissenschaftler Sebastian Biesold entschlüsseln konnte – ihre damalige Situation am Dresdner Hof. Ihre Beziehung zu August bildet die Vorlage für den zentralen Konflikt des Stückes. Allerdings vertauscht sie die Geschlechterrollen, zeigt ihre Geschichte als „verkehrte Welt“ und nutzt damit ein Stilmittel des barocken Karnevals. Die französischen Komödienszenen wurden von ihr so ausgewählt, dass sie unzählige codierte Anspielungen auf die Verhältnisse am Hof und teilweise erstaunlich freche Spitzen gegen August den Starken enthielten. Natürlich verstand jeder die versteckten Sticheleien. Ein pikanter Schachzug: Die Allegorie der Hoffnung verkörperte Aurora höchstselbst singend und tanzend. Dadurch inszenierte sie auf offener Bühne eine kunstvolle Auseinandersetzung mit ihrem ungetreuen August. Ob dieser dabei über sich selbst lachen konnte, bleibt ein Geheimnis. Das finale Grand-Ballet leitete schließlich in den realen Hofball und die Tafelrunde über.

 

Die Musik komponierte – wie schon für das Opera-Ballet „Musen-Fest“ im Karneval ein Jahr zuvor – der in Hohnstein in der Sächsischen Schweiz geborene Hofkapellmeister Johann Christoph Schmidt (1664–1728). Verwurzelt in der Tradition der mitteldeutschen Barockmusik und vor allem geprägt von der protestantischen Kirchenmusik, bediente er nach einem Aufenthalt in Italien und mit der Fähigkeit zur französischen Schreibart jenen „vermischten Stil“, der für Dresden charakteristisch war. Das von ihm anlässlich der großen Fürstenhochzeit 1719 vertonte Ballett „Les quatre Saisons“ („Die vier Jahreszeiten“) wurde bereits zum Dresdner Stadtjubiläum 2006 erfolgreich wiederaufgeführt.

Die „Fastnachts-Lust“ geriet in Vergessenheit und erlebt nun ihre Wiederentdeckung. Dass sowohl das gedruckte Originallibretto als auch eine Abschrift der Partitur (British Library) erhalten sind, ist für das gesungene deutsche Hofballett der Zeit äußerst selten. Die Idee zur Wiederaufführung entwickelte Dr. Reiner Zimmermann (1941–2026), langjähriger Vorsitzender des Instituts zur Erforschung und Erschließung der Alten Musik in Dresden. Er formte maßgeblich den konzeptionellen Zuschnitt des Projekts, brachte die beteiligten Partner zusammen und gewann sie für die gemeinsame Umsetzung.

 

Das polnisch-sächsische Opernensemble „La Compagnia Sassone“ holt dieses musiktheatrale Kleinod nach über 300 Jahren zurück auf die Bühne und ins Heute. Die hinzugefügte Figur der Aurora hält die Fäden in der Hand und macht das sonst verborgen Bleibende für uns verständlich. Mit den neuen Sprechtexten von Amal Reich wird die Liaison der Gräfin Königsmarck mit August dem Starken beleuchtet. Die französische Komödie entfällt. Am Schluss wird – wie damals – getanzt, gelacht und gefeiert.

Erste Wiederaufführung Lottis "Giove in Argo" im Kurtheater von Bad Salzbrunn im Jahr 2019 mit dem Lausitzer Barockensemble unter der Leitung von Enrique Gomez-Cabrero Fernandez. Produktion des Vereins Ars Augusta e.V.

Szczawno14_edited.jpg

La Compagnia Sassone

Produktion

Regie & Texte

Konzertmeister

Kostüme/Maske

Technik

Künstlerische Leitung, Produktion

Amal Reich

Szczepan Dembiński

Anna Gaja

n.n.

Eleni Müller, Ars Augusta e.V.

Veranstalter

Ars Augusta e.V., Augustastr. 6, 02826 Görlitz, arsaugusta@gmail.com | www.arsaugusta.org

Institut zur Erforschung und Erschließung der Alten Musik in Dresden (Musikschätze aus Dresden) e.V., Sarrasanistr. 5, 01097 Dresden, info@musikschaetze-dresden.de | www.musikschaetze-dresden.de

 

Kooperationspartner

Staatliche Kunstsammlungen Dresden  www.skd.museum

Gerhart-Hauptmann-Theater www.g-h-t.de

Rollen

Aurora

Der Liebhaber

Die Hoffnung

Die Eifersucht

Die Freude

Das Lausitzer Barockensemble

Barockviolinen

Oboe

Viola

Barockcello

Viola da Gamba

Cembalo

Theorbe

Vojtech Zajc

Mateusz Janus​

Hanna Piana

​n.n.

Dominika Garncarz

Szczepan Dembiński

Radek Dembiński

Reinhard Seeliger

Maria Wilgos

Produziert vom Verein Ars Augusta e.V. mit dem Lausitzer Barockensemble, internationalen Sängern und Schauspielern unter der Regie von Amal Reich, in Zusammenarbeit mit der Regisseurin, Herrn Sebastian Biesold und Frau Margita Herz.

Eine Idee und ein Konzept des im März verstorbenen Dresdner Musikwissenschaftlers und Leiters des Instituts zur Erforschung und Erschließung der Alten Musik in Dresden (Musikschätze aus Dresden) e.V., Dr. Reiner Zimmermann. Diese erste Wiederaufführung von „Fastnachts-Lust“ ist eine Hommage an sein Andenken.​

Dr, Reiner Zimmermann

Foto: M. Creutziger

Förderer

Logo KdFS.png

Partner

Musikschaetze_Logo_sw.tif
Institut zur Erforschung und Erschließung der Alten Musik in Dresden e.V.

Kooperationspartner

Logo_SKD.jpg
GERHART-HAUPTMANN_THEATER_GOeRLITZ_ZITTAU_WEB_CORPORATE-DESIGN_ZH2_20.jpg

Newsletter

Więcej kultury w życiu!

Danke für's Absenden!

Adres:

Augustastrasse 6, 02826 Görlitz, Deutschland

Telefon:

+49 (3581) 8778460

  • Facebook
  • Youtube
  • Instagram
  • X

© 2026 Ars Augusta e.V. . Erstellt von Eleni Triada Müller

bottom of page