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Fastnachts-Lust | Musiktheater nach einem Opera-Ballet vom Hof Augusts des Starken

Gemeinsame Pressemitteilung

Ars Augusta e.V. & Institut zur Erforschung und Erschließung der Alten Musik in Dresden (Musikschätze aus Dresden) e.V.

DRESDEN/GÖRLITZ, 4. August 2026 – Ein Stück Dresdner Hof- und Festkultur kehrt im September 2026 auf die Bühne zurück: Nach mehr als 300 Jahren wird das für den Karneval 1697 geschriebene Opera-Ballet „Fastnachts-Lust“ mit Musik, Gesang, Tanz und Schauspiel wiederbelebt. Die Aufführungen finden am 26. September 2026 im Apollo-Theater Görlitz (Avant-première) sowie am 28. September 2026 in der rekonstruierten Schlosskapelle des Dresdner Residenzschlosses (Premiere) statt.


Das Libretto verfasste die Gräfin Maria Aurora von Königsmarck (1662–1728), eine der faszinierendsten Frauenfiguren des Barock. Die geistreiche und hochgebildete Dichterin war die erste offizielle Mätresse von August dem Starken, dem jungen „sächsischen Sonnenkönig“. Seine Abkehr von ihr und die Hinwendung zu einer neuen Favoritin bilden den biografischen Hintergrund des Stückes. So konnte sie dem untreuen Herrscher auf künstlerische Weise den Spiegel vorhalten. Die Musik komponierte der aus Hohnstein in der Sächsischen Schweiz stammende Hofkapellmeister Johann Christoph Schmidt (1664–1728).


Die „Fastnachts-Lust“ geriet in Vergessenheit und erlebt nun ihre Wiederentdeckung. Erhalten sind sowohl das gedruckte Originallibretto als auch eine in der British Library London aufbewahrte Abschrift der Partitur. Eine solche Überlieferungssituation ist für das gesungene deutsche Hofballett jener Zeit äußerst selten.


Aufgrund dieses einzigartigen kulturhistorischen Werts fand die Partitur Aufnahme in die Reihe „Denkmäler der Tonkunst in Dresden“ des Instituts zur Erforschung und Erschließung der Alten Musik in Dresden (Musikschätze aus Dresden) e.V. Die historisch-kritische Edition, herausgegeben von Sebastian Biesold und begleitet von Texten mit den neuesten Forschungsergebnissen, erscheint parallel im Berliner Verlag Ries & Erler.

Die Idee zur Wiederaufführung entwickelte Dr. Reiner Zimmermann (1941–2026), langjähriger Vorsitzender und Spiritus Rector des Instituts. Er formte maßgeblich den konzeptionellen Zuschnitt des Projekts, brachte die beteiligten Partner zusammen und gewann sie für die gemeinsame Umsetzung.


Die Aufführung der „Fastnachts-Lust“ wird in internationaler Besetzung von Ars Augusta e.V. (Görlitz) produziert – einem erfahrenen Verein mit passendem künstlerisch-musikalischem Profil unter der Leitung der Opernsängerin Eleni Müller, die sich seit zehn Jahren der Wiederentdeckung barocker Opernschätze aus Dresden und Breslau widmet und das sächsisch-polnische Kulturerbe aus der Zeit Augusts des Starken lebendig hält. Die Regie und die neuen verbindenden Sprechtexte übernimmt die Dresdner Regisseurin und Autorin Amal Reich.


Für mich ist die ‚Fastnachts-Lust‘ kein Museumsstück. Hinter dem barocken Werk verbirgt sich eine Geschichte über Liebe, Zurückweisung und Selbstbehauptung, die bis heute berührt.

Amal Reich, Regisseurin der Produktion


Die Produktion stößt schon jetzt auf eine erfreulich positive Resonanz. Sie entsteht in enger Zusammenarbeit mit Musikschätze aus Dresden e.V. und ist in die internationale Tagung „Mätressen, Macht und Kunst um 1700. Spielräume weiblichen Handelns an europäischen Fürstenhöfen“ (28.–30. September 2026, Dresden) eingebunden. Sie erfolgt darüber hinaus in Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Zusammenhang mit der neuen Dauerausstellung der Rüstkammer im Residenzschloss „Masken und Kronen. Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof“. Die Aufführung in der Schlosskapelle bietet mit großzügiger Unterstützung der SKD die einzigartige Möglichkeit, das Stück am historischen Ort seiner Entstehungswelt wieder lebendig werden zu lassen. Partner für die Avant-première ist das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau.

Das Projekt ist Teil von „Zeig Dein Sachsen“ – der Mitmachkampagne zum Jubiläum 2029: 1100 Jahre Sachsen




Informationen zur Produktion


Aufführungen

Avant-première: 26.9.2026, 19:30 Uhr – Apollo-Theater Görlitz

Premiere: 28.9.2026, 19:30 Uhr (mit Einführungsgespräch) – Schlosskapelle Dresden

Tickets: www.arsaugusta.org/fastnachtslust (ggf. Restkarten jeweils an der Abendkasse)


Mitwirkende

„La Compagnia Sassone“ mit Alexandra Beason, Nicolle Cassel, Beate Laaß, Roberto Jachini Virgili und Radoslava Vorgic sowie das Lausitzer Barockensemble auf Kopien historischer Instrumente; Regie & Texte: Amal Reich; Choreographie: Mandy Coleman; Produktion & künstlerische Leitung: Eleni Müller.


Veranstalter

Ars Augusta e.V. (Produktion), Augustastr. 6, 02826 Görlitz, arsaugusta@gmail.com | www.arsaugusta.org


Institut zur Erforschung und Erschließung der Alten Musik in Dresden (Musikschätze aus Dresden) e.V., Sarrasanistr. 5, 01097 Dresden, info@musikschaetze-dresden.de | www.musikschaetze-dresden.de


Partner

Internationale Tagung „Mätressen, Macht und Kunst um 1700. Spielräume weiblichen Handelns an europäischen Fürstenhöfen“ (Dresden, 28.–30.9.2026), veranstaltet vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV), der SLUB Dresden, der TU Dresden, der KU Eichstätt-Ingolstadt und der Universität Würzburg


In Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Zusammenhang mit der neuen Dauerausstellung der Rüstkammer im Residenzschloss: „Masken und Kronen. Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof“.



Förderer


Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaats Sachsen und die Stadt Görlitz. Gefördert im Rahmen der Aktion „Zeig Dein Sachsen“ der Landeskampagne So geht sächsisch. zum 1100-jährigen Sachsen-Jubiläum 2029: Sachsen1100.







 
 
 

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