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Johann Christoph Schmidt und seine Zeit

Der vorliegende Text ist das Vorwort, das Dr. Reiner Zimmermann im Jahr 2021 zur Veröffentlichung der fünf Ouvertüren von Johann Christoph Schmidt im Verlag Ries & Erler in Berlin verfasst hat. Es enthält wertvolle Informationen über die historische Epoche, in der der Hofkomponist wirkte, sowie über sein Leben und Schaffen – zu einer Zeit, in der dieser Dresdner Komponist nahezu unbekannt ist.

Im Rahmen der Vorbereitungen für die erste Wiederaufführung des Opera-Balletts Fastnachts-Lust schreibe ich dieses Vorwort hier nieder.



Johann Christoph Schmidt (1664–1728) gehörte zu den am wenigsten bekannten Hofkapellmeistern der Dresdner Hofkapelle. Er geriet als protestantischer Musiker in die politischen und administrativen Wirren, die durch den Konfessionswechsel des Kurfürsten Friedrich August I., welcher selbst die katholische Kirchenmusik favorisierte, hervorgerufen wurden, sodann gehörte er zu den „Lullisten“, den französisch geprägten Musikern am Dresdner Hof, überflügelt ab 1717 von den „Italienern“ (um die sich die Dresdner Musikgeschichtsschreibung und Musizierpraxis fast ausschließlich bemüht hat), und schließlich gingen die meisten seiner Kompositionen 1760 verloren, als die Preußen das prinzliche Palais in der Pirnaer Vorstadt in Brand setzten und damit die Überlieferung der protestantischen Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts auslöschten.

Als Heinrich Schütz 1672 starb, war der am 6. August 1664 in Hohnstein/Sächsische Schweiz geborene Johann Christoph Schmidt acht Jahre alt. Sein Vater, noch unter Schütz Kapellknabe, gab als Organist und Lehrer in Hohnstein sein Wissen an seine musikalischen Söhne weiter und erzog sie in der Tradition der protestantischen Dresdner Kirchenmusik. Ziehväterlich wurde Schmidt Schüler des Gymnasiums „Zum Heiligen Kreuz“ in Dresden, und zwei Jahre später trat er als Chorknabe und Instrumentalist in den Dienst des Kurfürsten Johann Georg II.


  • Christian Weise
    Christian Weise
  • Christian-Weise-Gymnasium in Zittau
    Christian-Weise-Gymnasium in Zittau

Von 1681 bis 1683 war er Schüler des Alten Gymnasiums in Zittau unter Christian Weise und wirkte in dessen Schulkometien mit. Nach dem Studium an der Universität in Leipzig wurde er 1687 am Dresdner Hof zum Präzeptor der Kapellknaben berufen. Der amtierende Kapellmeister Christoph Bernhard, dem er als Gambist und Organist half, gab ihm Kompositionsunterricht. Es entstanden Werke für den gottesdienstlichen Gebrauch. 1692, nach dem Tod von Bernhard, stieg er zum zweiten Hoforganisten auf. Kurfürst Johann Georg IV. gewährte ihm ein Stipendium für eine Studienreise 1693/94 nach Italien. Nach der Aufführung des opéra-ballet Musesfest (16.2.1696) schlug ihn der Hofkapellmeister Nicolaus Adam Strunck als Vizekapellmeister der Hofkapelle vor, verbunden mit dem Amt des Kammerorganisten.

Dieser verlor im April 1697 mit weiteren dreizehn Kapellmusikern (die im Juni wieder eingestellt wurden) seine Anstellung, parallel zur Entlassung des gesamten Hofstaats, da August freie Hand bei seinen Personalentscheidungen für die personengebundene Hofhaltung in Warschau haben wollte, als er am 15. September 1697 in Krakau zum polnischen König gekrönt wurde. Schmidt war Zeuge der Krönung und fuhr nach Dresden zurück, um weitere Mitglieder für die neue Königlich-Polnische Kapelle zu engagieren.


Friedrich August I, bekannt als August I - der Starke (1670-1933)
Friedrich August I, bekannt als August I - der Starke (1670-1933)

Am 1. Oktober 1697 wurde Johann Christoph Schmidt als Kapellmeister der Königlich-Polnischen Kapelle zusammen mit weiteren 15 Musikern nach Warschau verpflichtet. Er bat jedoch aus, zweimal im Jahr nach Dresden reisen zu dürfen. Im folgenden Jahr wurde der Bestand dieser Kapelle durch italienische und polnische Musiker auf 41 Mitglieder erweitert. Dennoch bestand in Dresden weiterhin die Notwendigkeit, für die Kurfürstin und den Hof protestantische Kirchenmusik aufzuführen, die zunehmend von Mitgliedern der Hofkapelle und sechs Kapellknaben getragen wurde.

Im August 1699 reiste August mit seinem Hofstaat und den Musikern nach Dresden, worauf die Kapelle geteilt wurde: fortan verblieb ein Teil in Warschau, der in Dresden verbleibende Teil war für die in der Kapelle von Schloss Moritzburg abgehaltenen katholischen Gottesdienste zuständig, die August immer besuchte, wenn er in Dresden residierte. Die evangelische Kirchenmusik in der Schlosskirche leitete Johann Christoph Schmidt. Ebenso war er für den Unterricht der Kapellknaben verantwortlich.

1700 begann August das aussichtslose militärische Abenteuer des Großen Nordischen Krieges gegen Karl XII. von Schweden, worauf er im Mai 1702 mit dem Hofstaat Warschau räumte und 1704 die polnische Krone verlor. An seine Stelle trat Stanisław Leszczyński (1677–1766), polnischer König von Karls Gnaden. Zwischen 1706 und 1707 hielt sich dieser auf Burg Mildenstein in Leisnig in der Freiberger Mulde mit ca. 1000 Personen und 400 Pferden auf, nur etwa 70 km von Dresden entfernt. Am 27. Oktober 1706 unterschrieb Leszczyński dort den mit August demütigenden Altranstädter Frieden mit dem Verzicht auf die polnische Krone.

Vermutlich um die Niederlage in Warschau zu kaschieren, ließ August vom September 1702 bis 1704 seine Warschauer Musiker in Dresden auch in evangelischen Gottesdiensten auftreten: „dabey vor- und nachmittags der Kapellmeister Schmidt neben denen ihrer anwesenden Königl. Musicis und Castraten eine sehr angenehme Musik machten.“ Im April 1707 wurde die Königlich-Polnische Kapelle aufgelöst, da 47.750 Taler Gehalt fehlten. Die Musiker verließen trotzdem weiterhin im Dienst und konnten für neue Aufgaben verpflichtet werden.


Zwischen 1707 und 1709 suchte August an verschiedenen europäischen Höfen um russische Unterstützung für die Rückgewinnung der polnischen Krone nach. Er versuchte sich auch der Hilfe des Königs Friedrich IV. von Dänemark, dem im Mai/Juni 1709 ein großes Fest in Dresden bereitet wurde. 60 Trompeter, 10 Paar Pauken und 84 weitere Musiker, die nur zum Teil aus Dresden kamen, spielten auf. Der Hofkapellmeister führte aus diesem Anlass am 26. Mai in Pillnitz das divertissement Le Théâtre des Plaisirs auf einen Text von Angelo Constantini auf. Außerdem wirkten eine im Juli 1708 engagierte französische Komödiantentruppe sowie eine ebenfalls verpflichtete italienische Truppe mit. Dafür hatte der Hofkapellmeister Schmidt sicher auch Kompositionen beizusteuern.

Um den Papst günstig zu stimmen, ließ August 1708 das Klengliche Opernhaus in die katholische Hofkirche umwidmen und verfügte eingehend in einem „Règlement du Roi pour l’Eglise et Chapelle Royale ouverte aux Catholiques“ die Bildung eines kirchenmusikalischen Ensembles, bestehend aus sechs Sängern und vier Instrumentalisten unter Leitung eines geistlichen Musikdirektors. Diese Truppe sollte alle Stillen Messen, denen der König beiwohnte, musikalisch begleiten, während die Hofkapelle an allen Hochämtern zu Sonn- und Feiertagen im Gottesdienst zu spielen hatte. Hin und wieder waren solche hochfürstlichen spontanen Verfügungen nicht konsequent durchdacht, so dass sich Kompetenzschwierigkeiten ergaben, die wiederum Eingriffe des Königs nötig machten. In diesem unsicheren Terrain hatte Schmidt seinen Platz als verantwortlicher Hofkapellmeister zu finden, was nicht erleichtert wurde dadurch, dass August dieser Kirchenmusik keine besondere Aufmerksamkeit zukommen ließ.


Erst nach der Niederlage der Schweden bei Poltawa durch russische Truppen unter Zar Peter I. erlangte August im Juli 1709 die polnische Krone zurück. Nun wurden einen Monat später die finanziellen Verhältnisse für die Hofmusik neu geregelt, indem Mittel aus der Generalkonsumsteuer, einer Verbrauchsteuer, dem Kurfürsten-König gegen den Willen der Landstände größeren finanziellen Spielraum verschafften. Das protestantische Musiker-Ensemble unter Schmidts Leitung blieb in seiner Struktur von 1698 erhalten. Gleichzeitig konnte er, befördert durch die wiedererlangte politische Stabilität und offenbar mit großem organisatorischem Geschick, auf die wieder zugelassenen Mitglieder der Hofkapelle und weiteren Musikern, die moderne Instrumente beherrschten, ein sogenanntes „orchestre“ bilden, mit chorisch besetzten Streichern der Violinfamilie, mit Querflöten, Oboen und Hörnern sowie dem gesamten Continuo-Apparat mit Fagott, Violoncello, Violine, Theorbe, Cembalo und Orgel. Er konnte zur Ergänzung aus seinen opera-ballet-Ensembles schöpfen, da die Hofkapelle bereits vor 1696 über ein großes Bläser- und Gamben-Ensemble, über Violinen, Violoncelli, Bässe und andere, dieser Zeit gebräuchliche Instrumente verfügte.


Um 1710 war das neue Orchester komplett aufgestellt. Die Trompeter kamen aus der Gruppe der Hoftrompeter mit ihren Silbertrompeten, die dem Reichsfürsten August als Erzmarschall des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zustanden. Dieses Orchester begleitete neben den Gottesdiensten auch Ballett- und Theateraufführungen der 1708 engagierten französischen Truppe (sechs Damen und sieben Herren, Tänzer und Sänger), bevor diese Musiker später das italienische Repertoire übernahmen. Damit begründete Johann Christoph Schmidt den Ruf der Dresdner Hofkapelle als das modernste und beste Orchester, das in den kommenden Jahrzehnten in Europa unter Hasses Leitung bis zum Ende des Augusteischen Zeitalters gerühmt wurde.


Durch die Vorliebe Augusts für den französischen Geschmack in der Hofhaltung dominierte in den Jahren zwischen 1709 und 1717 der französische „goût“ in der Hofkapelle. Vertreten wurde er durch den in Versailles ausgebildeten niederländischen Geiger Jean-Baptiste Volumier, der gleichwohl ein breites italienisches Repertoire pflegte, den französischen Flötisten Pierre-Gabriel Buffardin und Johann Christoph Schmidt. Sie bestimmten als die „Lullisten“ den Stil der Hofkapelle und wurden dabei von weiteren fähigen Instrumentalisten unterstützt, darunter Pantaleon Hebenstreit (Pantalon: eine Großform des Hackbretts) sowie Jan Dismas Zelenka, der als Kontrabassist, Komponist und Schüler Schmidts tätig war.

1714 konnte Schmidt zusammen mit Jean-Baptiste Volumier, Johann Georg Pisendel, Christian Pätzold und weiteren Kammermusikern den Kurprinzen Friedrich August auf dessen Kavaliersreise nach Versailles begleiten und die Musik am Hofe Ludwigs XIV. aus eigener Anschauung erleben.

Schmidt selbst war nach seinem Studienaufenthalt in Italien durchaus auch mit dem italienischen Stil vertraut, wie sein 1699 in Warschau aufgeführten divertimento teatrale Latona in Delo erkennen lässt. Die stilistische Ausrichtung war also keine Frage des Könnnes, sondern hing von den Vorlieben des Herrschers ab.

1717 wurde Schmidt als einer der wenigen deutschen Komponisten und Orchesterleiter am Dresdner Hof zum Oberkapellmeister ernannt – eine sehr hohe Auszeichnung, wenn man bedenkt, dass er den Zenit seines schöpferischen Schaffens bereits überschritten hatte. Denn ab September 1717 gab der Italiener den Ton an: Auf Wunsch des Kurprinzen, des späteren Kurfürsten Friedrich August II., der in Venedig auf seine Kavaliersreise ein Verhör der venezianischen Musik geworden war, kamen Antonio Lotti mit seiner Frau, der Primadonna Santa Stella Lotti, dem Kastraten Senesino, mit Margherita Durastanti, Vittoria Tesi sowie dem Violinvirtuosen Francesco Maria Veracini nach Dresden, um venezianische Musik auch in Dresden heimisch zu machen. Mit Pisendel und Johann David Heinichen, die ebenfalls aus Venedig kamen und zum Hofkapellmeister neben Schmidt ernannt wurden, waren die Vertreter des italienischen „gusto“ gegenüber denen des französischen Stils in der Vorrangstellung, die sie mit der Protektion des Kurprinzen gewiss waren. Es begannen die Auseinandersetzungen zwischen den „Franzosen“ und den „Italienern“, welche zu einem künstlerischen Kompromiss, dem „vermischten Stil“ führten. Der Kurfürst musste seinen Einfluss geltend machen, damit Herr Schmidt sich nicht in Dingen einmischen sollte, die sie die italienische Operntruppe beträfen.

Zur Hochzeit des Kurprinzen mit der Habsburgerin Maria Josepha im September 1719 komponierte Schmidt noch eine umfangreiche französische Ballett-Oper Les quatre Saisons, doch bis zu seinem Tod 1728 gab es keine weiteren Möglichkeiten für die Fortsetzung seines französisch geprägten Stils.


Die fünf Ouvertüren im „Schrank Nr. II“ überliefert, die im Instrumentalrepertoire der Hofkapelle des frühen 18. Jahrhunderts bewahrt. Die interne Zählung des Schrankes II. Nr. 1 bis 3 und Nr. 6 sagt nichts über die Entstehungszeit aus. Die durchgängig verwendeten französischen Instrumentenangaben, die Besetzung mit zwei Violinen und zwei Violen sowie die Verwendung französischer Schlüssel weisen auf die entsprechenden Vorbilder hin. Lediglich die Ouvertüre Nr. 6 schreibt einen Streicherchor nach italienischem Gebrauch vor: zwei Violinen, eine Viola.

Die Untersuchung der Wasserzeichen durch das RISM ergab eine Entstehungszeit zwischen 1700 und 1720.

Zur Hochzeit von Alexej, dem Sohn Zar Peters I., mit der in Torgau erzogenen Prinzessin Charlotte Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel spielten im Oktober 1711 auf Schloss Hartenfels Mitglieder der Hofkapelle unter Schmidts Leitung zum Tanz – Schmidts Ouvertüren-Suiten konnten zu diesem Anlass komponiert worden sein. Im März 1714 musizierte er mit einem Kammerensemble bei der Hochzeit von Graf Moritz von Sachsen (Sohn Augusts des Starken) und Maria Victoria Tugendreich von Loeben in Moritzburg. Kurz darauf reiste Schmidt mit einigen Kammermusikern wie Jean-Baptiste Volumier, Johann Georg Pisendel und Christian Pätzold im Gefolge des Kurprinzen Friedrich August (II.) auf dessen Kavaliersreise nach Versailles. Vermutlich hat der Hofkapellmeister zu diesen Gelegenheiten auch eigene höfische Tänze im Gepäck mitgeführt.

Bei der Identifizierung des Schreibers der Stimmen im „Schranck No: II“ handelt es sich um Johann Jacob Lindner (1653–1733), dessen Stimmensätze zu Werken von Jean-Baptiste Lully, André Campras, Schmidt und dem Stuttgarter Hofkapellmeister Johann Christoph Pez auf die Jahre zwischen 1710 und 1720 datiert werden können. Dies deutet auf eine Neubildung des Repertoires der Hofkapelle nach 1709 und den Aufbau eines neuen Repertoires hin.

Insgesamt weisen die Ouvertüren 1, 2 und 4 in den Kopfsätzen eine Intrada auf, während die 3. Ouvertüre eine zweichörige Anlage mit Chaconne besitzt. Auch dies könnte ein Hinweis auf die neue Art des Umgangs mit unterschiedlichen Instrumentengruppen sein, wie Schmidt sie seit 1709 erprobt hatte. Solange jedoch keine eindeutigen Quellenbelege vorliegen, müssen derartige Überlegungen Spekulation bleiben.

Der erste Satz der Ouvertüre Nr. 6 ist in einer anonym überlieferten Handschrift konnte 2008 von Wolfgang Eckhardt als Werk Johann Christoph Schmidts identifiziert werden, aus dessen divertimento teatrale Latona in Delo von 1699.

Die Ouvertüren-Suite war eine Form geselligen Musizierens des 17. und 18. Jahrhunderts und beruhte auf den schon in der Renaissance verbreiteten Folgen von Tanzsätzen, hauptsächlich für Lautenisten, wie sie auch in Deutschland seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts u. a. von Paul Peuerl, Michael Praetorius, Melchior Franck, Johann Hermann Schein, Samuel Scheidt oder Johann Staden verbreitet wurden. Aus der von den französischen Clavecinisten wie François Couperin und anderen bevorzugten Folge von Allemande, Courante, Sarabande und Gigue entwickelte sich ein Standard. Johann Sigismund Kusser, Georg Muffat oder Johann Caspar Ferdinand Fischer übernahmen französische Anregungen, um Opern einzelne Orchestersätze zu Ouvertüren zusammenzustellen. Im Gegensatz zur dreiteiligen italienischen Sinfonia (Satzfolge schnell-langsam-schnell) wurde in Frankreich in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts die Folge von Air, Bourrée, Gavotte, Ouvertüre verbindlich. Lully hatte sowohl die Ouvertüre zu einem imposanten Kopfsatz ausgebildet als auch dem Ballet du cour die Chaconne übernommen. Johann Christoph Schmidt übernahm jedoch nicht nur die Praxis Lullys oder Campras, sondern mischte z. B. in der Ouvertüre Nr. 3 französische Formen mit italienischen. Hier stehen neben Ouvertüre und Air auch Intrada und Sinfonie. Sowohl die Ouvertüre mit ihrem fugierten 2. Teil bildet mit dem folgenden Air 1 und dem Menuet eine Suite für sich, als auch die Sinfonie mit einem ebenfalls fugierten Teil mit Grand Air, Air II und Chaconne erscheint als eine weitere Folge. Wenn das auch noch nicht als ein Beispiel für den späteren Dresdner „vermischten Geschmack“ zu sehen ist, so zeigt es doch den souveränen Umgang Schmidts mit den damals gebräuchlichen musikalischen Formen und die Tendenz zur Nutzung beider Stilrichtungen, deren sich auch andere deutsche Komponisten bedienten. Diese Ouvertüren erlangen zu Festen und Hofbällen des kurfürstlich-königlichen Hofes zur geselligen Unterhaltung und entsprachen den Erfordernissen des sächsischen Hoferemoniells.

Die Ausgabe der Partitur erfolgte auf der Grundlage der in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden befindlichen Stimmensätze.

Ich danke dem Ensemble L’arpa festante und seinem Leiter, Herrn Christoph Hesse, für die im Laufe der Einspielung für das Label cpo gewonnenen Erkenntnisse und Korrekturen, die in diese Partitur aufgenommen wurden.

Reiner Zimmermann

im Januar 2021


Reiner Zimmermann

im Januar 2021


 
 
 

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