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Hommage an Lord Byron


Vor 200 Jahren, wie heute, am 19.April 1824, starb Lord Byron in der Heldenstadt Messolonghi an den Folgen einer Erkältung. Er war 36 Jahre alt. Noch vor wenigen Monaten, am 22. Januar 1824, schrieb er zu seinem Geburtstag das Gedicht „An diesem Tag vollende ich mein sechsunddreißigstes Jahr“. "On This Day I Complete My Thirty-Sixth Year". Mit Trauer sieht er, dass er die Gefühle seines Liebesobjekts nicht mehr wecken kann, und spornt seinen Geist an, sich für den Kampf zu wecken und als Soldat ein Grab auf dem Schlachtfeld zu wählen um auszuruhen.

Er hatte genug. In diesen letzten Jahren und insbesondere nach dem Tod seiner kleinen unehelichen Tochter wollte der Dichter sein Leben ändern und etwas „Wichtiges“ für die Welt tun. Er beteiligte sich an der Italienischen Revolution, aus der jedoch nichts wurde. Dann entschloss er sich, an der griechischen Revolution teilzunehmen und investierte sein gesamtes Vermögen in den Kampf der Griechen gegen das Osmanische Reich. Er wurde in Messolonghi wie ein Messias empfangen, und doch enttäuschte ihn alles, was folgte. Die Griechen waren unorganisiert, nicht geeint, nicht ehrlich und verlangten immer Geld, anstatt sich für das Ideal der Befreiung ihres Heimatlandes zu vereinen. Als ob das alles nicht genug wäre, verliebte er sich erneut in ein Kind, seinen Diener Lukas, der ihn ablehnte. Er fühlte sich nicht mehr schön, nicht mehr begehrenswert. Die beiden Geister des Liebhabers und des Soldaten kämpften bis zum letzten Moment in seiner Seele. Aber Lord George Byron hatte Glück gehabt. Nach seinem Tod erreichte sein Ruhm als Dichter alles, was er lebendig nicht bewegen konnte. Sein Beitrag zur Befreiung Griechenlands von der muslimischen Herrschaft war entscheidend. Wäre er nicht der, der er war, nicht der Liebhaber und Rebell, in der ganzen Welt bekannt, wäre sein Einfluss auf die damaligen Revolutionen Europas nicht so groß. Sein Orientalismus, sein Interesse an der armenischen Kultur, seine hebräischen Gesänge inspirierten die Befreiungsbewegungen im Orient, seine Liebesbeziehungen zu Frauen und Männern die Emanzipationsbewegungen des 20. Jahrhunderts.


Nun möchte ich dir, George, einen kleinen, bescheidenen Tribut zollen. Ich wollte zu Deinen Ehren eine Lesung oder ein Konzert organisieren, aber leider wollte keiner der Menschen, die ich um mich versammelt hatte, mir dabei helfen, diesen Wunsch zu verwirklichen. So konnte ich Deine Einsamkeit in den letzten Jahren Deines Lebens noch besser verstehen. Ich habe Deine Enttäuschung für die Mitmenschen in meiner eigenen Haut gespürt: Wir sind allein mit dem Feuer in der Brust, das uns brennt und das wir gerne in den Dienst der lieben Menschheit stellen würden: Feuer, das erleuchtet oder verbrennt.


Lasst uns es entschlossen und wie Narren ertragen und weiter tragen und erwarten von unseren Mitmenschen nichts.

Und dennoch habe ich einen Freund gefunden, der mir geholfen hat, Dir diesen kleinen Tribut zu zollen. Peter Müller, der Bruder meines Partners und Englischlehrer, half mir beim Lektorat und der Übersetzung des allerersten Gedichts von Lord Byron. „Beim Verlassen von Newstead Abbey“

In diesem Gedicht kommuniziert Lord Byron mit den Geistern seiner Vorfahren, während er das zerfallende Familienanwesen verlässt. Er spürt in Gedanken seine Vergangenheit, die Seele der Ritter der Kreuzzügen oder Kriege, seine Väter und verspricht ihnen, dass er sie nicht enttäuschen wird.

Er hat sie nicht enttäuscht.


Dieses Gedicht ist mir sehr wichtig. Meine Hommage beginnt also mit der Übersetzung dieses Gedichts ins Deutsche. Später im Jahr werde ich noch „Heute beende ich mein 36-jähriges Jahr“ übersetzen.


Am selben Tag (Freitag 19.April) präsentiere ich außerdem eine Zusammenstellung mit allen „Maid of Athens“ vom Internationalen Lied-Wettbewerb „Bolko von Hochberg“ aus dem Jahr 2022.


Und schließlich endet der Tag mit einer „Ode an Byron“, die ich selbst schreiben werde, meinem ersten literarischen Versuch.


Ich wünsche Dir noch weitere 100 glückliche Jahre der Erinnerung im Universum wo Du bist, geliebter Dichter.





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